Die persönliche Schneiderin des Weihnachtsmanns

Ein neuer, warmer Mantel für den Weihnachtsmann

+++Das Nikolausspecial für alle Leser von My Fleckle+++

–Im Anschluss mit Extra-Information–

 

Der Weihnachtsmann lässt in Lauchheim nähen

Schneidermeisterin Ruth Baumgartl fertigt die grossen Mäntel und weiten Hosen für den Weihnachtsmann

Lauchheim (mab) – Der Weihnachtsmann kommt anscheindend gerne nach Lauchheim. Denn in Schneidermeisterin Ruth Baumgartl hat er eine fleissige und geduldige “Schneider-Elfin” gefunden. Doch ein Weihnachtsmann hat nie viel Zeit.

In Lauchheim steht ein kleines Elfenhaus. Darin wohnt eine fleissige Schneider-Elfin, die die grossen Mäntel und Hosen für den Weihnachtsmann schneidert. Nur bester Stoff und Garn sind für den Mann vom Norpol gerade gut genug. Jedes Jahr besucht der Weihnachtsmann die fleissige Schneider-Elfin in Lauchheim und lässt sich sein neues Kostüm schneidern. “Der nimmt aber auch jedes Jahr ein bisschen mehr zu”, verrät die Schneiderin. Auweia, wenn sie da mal nicht zuviel verraten hat. Zu schneidern hat Ruth Baumgartl zu Weihnachten viel. Nicht nur die Verarbeitung des vielen Stoffs will bewältigt sein. „Dann braucht ein Weihnachtsmann noch ein Reisekostüm, ein Repräsentationskostüm und ein Hauskostüm“, sagt Baumgartl die schon seit über zehn Jahren Chefschneiderin des Weihnachtsmanns ist. Bis alle Kostüme fertiggenäht sind, braucht sie schon mal mehrere Wochen. Dann aber sitzt und passt alles. Zu vertraut darf man mit dem Mann mit dem grossen, weissen Bart auch nicht sein. „Er duzt mich, ich aber darf das nicht“, meint Baumgartl. Trotzdem nimmt er die angebotenen Plätzchen, am liebsten mag er Vanillekipferl, und das Glas Milch gerne an.

Und was macht die persönliche Schneiderin des Weihnachtsmanns, wenn mal keine Weihnachtszeit ist? „Dann wird’s närrisch bei mir“, sagt Baumgartl. Denn auf Weihnachten und Winter folgt bekanntlich die fünfte Jahreszeit: der Fasching. Dann schneidert Ruth Baumgartl beinahe im Akkord an den Kostümen verschiedener Guggengruppen in der Region. „Die Arbeit geht mir bei den vielen, besonderen Kunden nie aus. Und ‚normale‘ Schneiderware nach Mass mache ich ja auch noch“, meint Schneidermeisterin Ruth Baumgartl.

 

Die Extra-Information:

Nikolaus und Weihnachtsmann: Wo liegt da der Unterschied?

Nikolaus und Weihnachtsmann sehen heute für uns nahezu gleich aus: Mit beiden verbinden wir einen roten Mantel, einen weißen Bart und natürlich einen Sack voller Geschenke. Historisch betrachtet gibt es aber zwischen Nikolaus und Weihnachtsmann sehr wohl einen Unterschied.

Der historische Nikolaus

Die Tradition, sich am 6. Dezember etwas zu schenken, geht nach christlicher Überlieferung auf den Bischof Nikolaus aus Myra in der heutigen Türkei zurück. Er lebte im 4. Jahrhundert und war bekannt für seine Mildtätigkeit und seine Spenden an die Armen. Er ist sozusagen die Verkörperung der christlichen Nächstenliebe. Um ihn zu ehren, entwickelte sich in vielen europäischen Ländern der Brauch, Kinder am Namenstag des heiligen Nikolaus zu beschenken.

In Vergessenheit geriet der Nikolaus jedoch in vielen Regionen im Zuge der Reformation, die die Heiligenverehrung ablehnte. Europäische Auswanderer aber nahmen die Tradition und die Figur des Heiligen Nikolaus mit nach Amerika.

 

Eine Kunstfigur: Der Weihnachtsmann

In den USA entstand aus der historischen Figur des Nikolaus dann die Kunstfigur, die uns heute als der Weihnachtsmann bekannt ist. Der Unterschied zu seinem historischen Vorbild ist auf den ersten Blick nicht groß.

Wurde er zunächst noch uneinheitlich abgebildet, zum Beispiel mit verschiedenfarbigen Mänteln, setzte sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts immer mehr das Bild durch, das wir noch heute kennen: Ein gemütlicher, älterer Mann mit weißem Bart, der einen roten Mantel mit Pelzbesatz trägt.

Der amerikanische Limonadenhersteller Coca-Cola nutzte den Weihnachtsmann ausgiebig als Werbefigur und machte ihn damit auch in Deutschland bekannt. Die historische Figur des Nikolaus geriet dadurch umso mehr in Vergessenheit.

Unterschiedliche Traditionen

Kirchen und kirchliche Verbände versuchen seit einigen Jahren, den Unterschied zwischen Nikolaus und Weihnachtsmann wieder bekannt zu machen. Kritisiert wird besonders der Weihnachtsmann als Symbolfigur des kommerziellen Weihnachtsfestes. Nach wie vor ist der Weihnachtsmann jedoch in der Adventszeit nahezu überall zu sehen. Und ganz ehrlich: Er ist und bleibt ein fröhlicher Mann der allen eine Freude bereiten will.

Doch auch der Nikolaus ist in vielen europäischen Regionen noch gut bekannt. In Österreich, der Schweiz, den Niederlanden und anderswo gibt es Traditionen, nach denen der Nikolaus am Nikolaustag braven Kindern Geschenke bringt. Meist hat er dort jedoch einen bösen Begleiter dabei, der die Kinder bestraft, die nicht artig waren.

 

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